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Eine Sammelbeschwerde von insgesamt 18 Klägern wurde vor dem Bundesverwaltungsgericht der Schweiz eingereicht. Stein des Anstoßes war eine Vergabe eines Auftrags in Höhe von mehr als 40 Millionen Schweizer Franken, den Open Source Anbieter gerne für sich verbucht hätten. Man fühlte sich übergangen, ausgeschlossen.

Mehr als 10.000 Rechner und noch mehr Notebooks wurden von dem Schweizerischen Bundesamt für Bauten und Logistik bei Microsoft bestellt und somit auch der Wartungs- und Supportvertrag an den Konzern vergeben. Die Ausschreibung war nicht öffentlich; die Vergabe der Lizenzen war damit ebenfalls eine Sache, die stillschweigend über den Tisch ging. Diese Art, einen Auftrag zu vergeben, wollen Open Source Anbieter nicht so auf sich sitzen lassen. Red Hat aus dem Linux Bereich, aber auch einige andere Anbieter beschwerten sich folglich bei Gericht, was jedoch ohne Erfolg blieb. Zwar kann noch eine Instanz höher gegangen werden, doch ist es fraglich, ob man hier Erfolg haben wird.

Die Begründung des Bundesverwaltungsgerichts ist einleuchtend: Man arbeite seit 20 Jahren mit Microsoft Software und darauf aufbauenden Produkten. Damit seien die Open Source Anbieter von vornherein nicht als mögliche Auftragsempfänger auf dem Plan gestanden, denn – soweit dies möglich ist – will man einfach nur die bestehenden IT Systeme so kostengünstig und wirkungsvoll weiter nutzen, wie es irgendwie möglich ist und nicht einen vollkommenen Umbruch einleiten. Das Argument, dass man sich seitens der Open Source Anbieter mit einem Angebot wenigstens an der Ausschreibung hätte beteiligen können müssen, wurde laut: Die Art des Vergabeverfahrens würde Microsoft zu einem Inhaber eines Monopols machen, was die Firma aber nicht ist, da zum Beispiel auch Linux eine Software ist, die durchaus für eine Behörde in Frage kommt. Ein herber Rückschlag für das Open Source Prinzip, ein Sieg für Microsoft.

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